Brückeneinsturz 1929
Im Jahre 1928/1929 wurde im Zuge der Mainkanalisierung in Klingenberg eine Staustufe errichtet.
Am 10. Juni 1929 ereignete sich nachmittags um 15:20 Uhr ein schwerer Unfall. Die am Bau der Stauanlage arbeitende Deutsche Tiefbaugesellschaft Essen (DTG) hatte eine auf Pontons montierte Dampframme im zweiten Feld am höchsten Punkt des zweiten Bogens befestigt. Der Aufsicht führende Rammmeister bemerkte zwar beim Anziehen noch, dass die Konstruktion überlastet war und versuchte die Arbeit zu stoppen, aber es war zu spät. Krachend brach der Brückenbogen in der Mitte auseinander und klappte hinunter auf die Fähre. Ein dort stehender Zimmermann wurde erschlagen, vier weitere Arbeiter leicht verletzt.
Die Verantwortlichen standen am 15. April 1930 vor Gericht. Der Rammmeister wurde freigesprochen, ein Diplom-Ingenieur mußte anstelle einer verwirkten Gefängnisstrafe 500 Reichsmark bezahlen.
Der Einsturz brachte auch für den Postdienst Unannehmlichkeiten mit sich. Die Fahrten zum Bahnhof Klingenberg mussten mit einer provisorisch eingerichteten Gierfähre durchgeführt werden. Das in der Brücke verlegte Fernsprechkabel wurde beim Einsturz des Brückenbogens zerrissen, so dass viele Fernsprechteilnehmer zwangsläufig vom Fernsprechverkehr ausgeschlossen waren. Erst ab 3. Oktober 1929 war die Brücke wieder instandgesetzt, benutzbar und auch die Schäden am Fernsprechkabel behoben.
Quelle: Chronik der Stadt Klingenberg, Band II Seite 166 (redaktionell modifiziert)





























